SVA-Zwischendurch: An jedem „verdammten“ Sonntag (Teil 2) & der Bio-Platzwart

SVA ZwischendurchWillkommen verehrte Leser, willkommen zurück zu SVA-Zwischendurch und zur Fortsetzung des Kreisklassen-Dreiteilers „An jedem verdammten Sonntag“ ! Heute geht es weiter mit wahren, übertriebenen aber garantiert lustigen Inhalten zur Kreisklasse. Was haben wir noch am Start ? Erlebt bei unseren heutigen Netzfundstücken wie man den Sportplatz auf eine andere Art und Weise mähen kann und was mit einem Trickser in der Kreisliga passiert. In diesem Sinne wünschen wir euch jetzt viel Spaß bei unseren Inhalten, bleibt uns gewogen und bis zur nächsten Ausgabe unserer fröhlichen Morgenpost am Mittwoch. Check it out !! (Team-Homepage)

Einleitung Teil 2: Das Spektakel auf den großen und traditionsreichen Plätzen dieser Welt ist eines Fußballfans liebstes Hobby. Welch eine Augenweide ist es, die Ronaldos, Messis oder Robbens am Ball zu beobachten? Was sind im Camp Nou, im San Siro, oder im Old Trafford nicht schon für Geschichten geschrieben worden? Und was kann für einen Fan wohl unvergesslicher sein, als das „You’ll Never Walk Alone“ live an der Liverpooler Anfield Road mitzugrölen ? Bei all der Faszination, die solche Spielstätten und Ausnahmekönner zweifelsfrei mit sich bringen, ist eindeutig festzustellen: Es bedarf keiner Zigtausend Anhänger oder Weltklasse-Fußballer, um große Emotionen auf dem Rasen zu erleben. Wer das nicht glaubt, gehört wohl nicht jenen Menschen an, die regelmäßig vor einer Handvoll Zuschauern ihr letztes Hemd geben. An jedem verdammten Sonntag auf den Sportplätzen in der Heimat. Weitere Beispiele für den Reiz der Amateurligen gefällig? Bitteschön!

  • Kreisklassenfußball sind zweifelhafte Regenerations-Maßnahmen. Während Profi-Kicker nach einem Einsatz in das wohl temperierte Ermüdungsbecken steigen dürfen, bleibt den Hobby-Fußballern oft nur eine Dusch-Zelle, gegen die „Amnesty International“ schon längst wegen Menschenrechtsverletzung hätte klagen müssen. Der Duschstrahl ist entweder hart wie ein heftiger Hagelschauer oder schwach wie ein plätschernder Wohnzimmerbrunnen – dazwischen scheint es merkwürdigerweise nichts zu geben. Ein ähnliches Phänomen taucht bei der Wassertemperatur auf: Wer an einem Duschhahn selbst die Wärme oder Kälte regeln muss, hat verloren. Zwischen der Temperatur „Heiß wie flüssige Lava“ und „Kalt wie das morgendliche Bad in einer antarktischen Bucht“ gibt es offensichtlich nur einen Millimeter mit der Temperatur „Erträglich“.
  • Kreisklassenfußball sind keuchende und hustende Spieler, die schwer nach Luft schnappend vom Trainer erlöst und ausgewechselt werden. Mit scheinbar letzter Kraft schleppen sie sich zur Ersatzbank, wo sie sich wie selbstverständlich direkt eine Kippe anstecken.
  • Kreisklassenfußball sind Spielbälle mit der Härte von Kanonenkugeln. Getreu dem Motto „Viel hilft viel“ wird das Leder bei einigen Vereinen dermaßen aufgeblasen, dass sogar technisch passable Kopfbälle nach scharfen Flanken eine Gehirnerschütterung nach sich ziehen. Es wurden sogar schon Betreuer an der Tankstelle gesichtet, die dort die Bälle des Vereins bei der Reifendruck-Station mit Luft füllten.
  • Kreisklassenfußball ist ein Wechselbad der Gefühle. Trotz eines 0:4-Rückstandes des eigenen Teams können zwischenzeitlich Jubelstürme ausbrechen, wenn ein Zuschauer die Bundesliga-Ergebnisse über den Platz ruft. Der überraschende Führungstreffer in der Allianz Arena kann da schnell den aussichtslosen Spielstand auf dem heimischen Dorfplatz vergessen machen.
  • Kreisklassenfußball sind oft auch Familienangelegenheiten vor allem im Jugendbereich. Die berüchtigte Kombination ist zweifelsohne, wenn ein von Ehrgeiz getriebener Vater gleichzeitig Coach der Nachwuchsmannschaft ist, in der auch sein Sohnemann kickt. Bundesweite Statistiken belegen, dass 85 Prozent aller Trainersöhne „zufällig“ die Rückennummer zehn tragen dürfen und immer als Spielmacher aufgestellt werden. Dieselben Statistiker wiesen auch nach, dass diese Kinder zu 95 Prozent kein Stück besser als der Rest der Mannschaft sind.
  • Kreisklassenfußball ist häufig auch das Talent, sich mit einem Torjubel-Plagiat aus der Champions League komplett zum Affen zu machen. Wenn auf dem Dorfsportplatz ein Treffer zum 4:0 gegen den Tabellenletzten mit einer Geste bejubelt wird, wie sie von Ronaldo oder Balotelli zuletzt bei einem entscheidenden Tor in der K.O.-Runde gezeigt wurde, ist der Schiedsrichter angehalten beim nächsten Zweikampf des Torschützen „zufällig“ wegzuschauen, um dessen Gegenspieler eine „angemessene“ Zweikampfführung zu ermöglichen.
  • Kreisklassenfußball ist das Aufeinandertreffen von traditionsreichen Spiel-Philosophien. Während der eine Trainer stets die Formel „Hoch und weit bringt Sicherheit“ vertritt, schwört der andere auf die Weisheit „Flach spielen, hoch gewinnen“. Eine perfekte Symbiose beider Auffassungen soll ein Team, so sagt man, unbesiegbar machen. Das Problem: Bei vielen Kreisklassen-Kickern entscheidet sich erst nachdem der Ball den Fuß verlassen hat, ob dieser nun lang, kurz oder doch direkt ins Seitenaus gespielt wird. Technik, die begeistert, eben…
  • Kreisklassenfußball ist ein Spiel auf engstem Raum. Das gilt aber in den seltensten Fällen für das Geschehen auf dem Platz. Vor und nach der Partie wird Spielern mit Platzangst nämlich stets Bange, wenn es mit 15 Männern in eine fünf Quadratmeter große Kabine geht. Dabei erlebt man in neun von zehn Fällen die angenehme Überraschung, dass sich eine weitere Mannschaft aus Platzgründen ebenfalls dort umziehen muss. Bei der „Wetten, dass…“-Redaktion gehen wöchentlich Vorschläge ein, bei denen sich Kreisklassenteams in voller Mannstärke in einer Telefonzelle umziehen wollen – in unter zwei Minuten. Eine ausführliche Traineransprache ist in dieser Zeit noch inklusive. Goldene Regel vor dem Verlassen der Kabine: Keinesfalls als Letzter gehen, sonst muss die Kiste mit den stinkenden Trikots zum Waschen mitgeschleppt werden.
  • Kreisklassenfußball sind taktische Besprechungen, die in etwa so viel Sinn machen wie ein Zebrastreifen auf einer Formel-1-Piste. Nachdem sich der Trainer eine Woche lang über die optimale Taktik Gedanken gemacht hatte, muss dieser spätestens zehn Minuten nach Anpfiff immer wieder feststellen, dass die Wege der Kreisklassenkicker unergründlich sind. Stoßstürmer, die auf einmal den gegnerischen Linksaußen auf Mann decken, oder Innenverteidiger, die sich frei von jeglichem Ballgefühl bei wahnsinnigen Vorstößen für den Matthäus der Neuzeit halten, sind keine Seltenheit. Am Ende steht dann oft nur ein Hühnerhaufen auf dem Platz, wobei dieser Vergleich eher für jene Geflügelschar eine Beleidigung darstellt – und nicht anders herum…
  • Teil 3 in der nächsten Ausgabe von SVA-Zwischendurch !!

Tricksen in der Kreisliga: Wo Zauberei mit miesen Fouls honoriert wird !!


 

Der Bioplatzwart: Sportplatz mähen traditionell und zeitgleich sensationell !!