Wichtige Änderungen des wfv zur Saison 2017/2018

Verpflichtende Änderungen/Regelanpassungen:

  • Futsal-Ball
  • direkte/indirekte Freistöße
  • Ball darf beim Abwurf über die Mittellinie geworfen werden
  • 4. Torspieler darf die Mittellinie überqueren
  • alle Spielfortsetzungen (inkl. Abwurf des Torspielers) müssen innerhalb von vier Sekunden ausgeführt werden
  • einseitige Bande ist nicht mehr vorgesehen
  • geänderte Diziplinargewalt der SR: es gibt keine Zeitstrafen (außer Futsal light) | Bei einem Feldverweis auf Dauer (gelb-rot oder rot) spielt die Mannschaft maximal zwei Minuten in Unterzahl. Erzielt die Mannschaft in Überzahl ein Tor, darf wieder aufgefüllt werden. Der mit gelb-rot des Feldes verwiesene Spieler darf erst wieder zum nächsten Spiel eingesetzt werden. Ein mit rot des Feldes verwiesener Spieler ist für das gesamte Turnier gesperrt.
    Wählbare Ausnahmen:

  • kumuliertes Foulspiel
  • Spielzeit: netto oder brutto
  • verschärftes Torspielerspiel (Prinzip: wann darf der Torspieler wieder angespielt werden?)


Warum Futsal? Die wichtigsten Antworten (Fussball.de)

In ganz Fußball-Deutschland wird diskutiert: Wann und warum wird Futsal bundesweit eingeführt? Wie unterscheiden sich die Regeln? Und was bedeutet die Umstellung für die Vereine? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Thema.

„Futebol de Salão“ ist Portugiesisch und bedeutet Fußball in der Halle. Es verwundert also kaum, dass Futsal seine Ursprünge in Brasilien hat, dem Land der Ballvirtuosen. In Deutschland findet diese Variante des Hallenfußballs immer mehr Anhänger und wird vom Deutschen Fußball-Bund gefördert. Futsal gehört die Zukunft. Doch es gibt noch Aufklärungsarbeit zu leisten.

Wann wird in Deutschland endgültig auf Futsal umgestellt?

Momentan befindet sich der deutsche Hallenfußball in einer Übergangsphase. Es kann also sowohl Futsal als auch die traditionelle Variante des Hallenfußballs gespielt werden. Aktuell werden schon viele Turniere nach den Regeln des Futsal ausgetragen. Ab 2015 wird im Jugendbereich ausschließlich nach den Futsal-Regeln gespielt. Für den Seniorenbereich tritt diese Regelung ein Jahr später in Kraft.

Warum wird Futsal in Deutschland flächendeckend eingeführt?

Der DFB fördert Futsal aus verschiedenen Gründen. Futsal ist die offizielle internationale Form des Hallenfußballs. So proklamiert es auch der Weltverband FIFA. Deutschland gleicht sich also den internationalen Gepflogenheiten an. Ein zentraler Punkt ist die Verbesserung der fußballerischen Fähigkeiten. „Dem DFB geht es um die Qualität des Fußballs“, sagt Paul Schomann. Der langjährige DFB-Nachwuchstrainer betont, dass Futsal dem Fußball im Freien sehr viel näher sei als der traditionelle Hallenfußball. „Futsal ermöglicht eine nahtlose Fortführung der fußballerischen Ausbildung, wenn es im Winter kälter wird.“ Durch das Grätschverbot und das Wegfallen der Banden werde zudem das Verletzungsrisiko erheblich gesenkt. (Das vollständige Interview mit mit Paul Schlomann ist weiter unten zu finden)

Was bedeutet die Umstellung für die Vereine?

Für Vereine, die ihre Turniere zukünftig nach den Futsal-Regeln austragen, gilt es, einige Änderungen zu beachten. Pro Spiel werden zwei Schiedsrichter benötigt. Ausnahmen gibt es im Jugendbereich, in dem teilweise nur ein Schiedsrichter zum Einsatz kommt. Die Schiedsrichter werden von einem Spielleiter in der Turnierleitung unterstützt. Als Spielgerät wird ein Futsal-Ball verwendet, der sich in Größe und Sprungverhalten vom herkömmlichen Fußball unterscheidet. Die Torgröße ist auf 3×2 Meter festgelegt, was den Maßen eines Handballtors entspricht. Zudem sind Banden in den Futsal-Regeln nicht vorgesehen, sodass mit Seiten- und Toraus gespielt wird.

Was sind die wichtigsten Regelunterschiede?

    • Der Ball: Der offensichtlichste Unterschied ist das Spielgerät. Der Futsal-Ball ist kleiner (Größe 4) und leichter. Zudem ist der Futsal-Ball für die Beschaffenheit des Hallenbodens optimiert. Das Sprungverhalten ist mit dem eines Fußballs auf einem Rasenplatz fast gleichzusetzen. Hier ist eine Info-Grafik zum Sprungverhalten zu sehen:
Ballsprungverhalten eines Futsal-Balles im Vergleich zu einem herkömmlichen Ball

Ballsprungverhalten eines Futsal-Balles im Vergleich zu einem herkömmlichen Ball

  • Die Spielfortsetzung: Nachdem der Ball ins Seitenaus gegangen ist, wird er im Futsal eingekickt statt eingerollt. Die Spielfortsetzung muss vier Sekunden nach einer Unterbrechung erfolgen (Vier-Sekunden-Regel), was das Tempo des Spiels ebenso erhöht wie die veränderte Rückpassregel. Hat der Torwart den Ball berührt und einem Mitspieler zugespielt, darf er den Ball in der eigenen Hälfte erst wieder spielen, wenn er vorher von einem Spieler der gegnerischen Mannschaft berührt worden ist.
  • Auszeiten und kumulierte Fouls: Jedem Team steht eine Auszeit von einer Minute pro Halbzeit zu. Grätschen sind im Futsal verboten. Im Futsal werden die Fouls (alle Vergehen, die einen direkten Freistoß nach sich ziehen) gezählt. Ab dem sechsten Foul einer Mannschaft erhält das gegnerische Team einen Strafstoß von der Zehn-Meter-Marke (kumulierte Fouls). Ein gewöhnlicher Strafstoß wird aus einer Entfernung von sechs Metern ausgeführt. Die vollständigen Futsal-Regeln findest Du hier.

Gibt es eine Deutsche Futsal-Meisterschaft?

Der DFB rief 2006 den jährlich stattfindenden DFB-Futsal-Cup ins Leben, der in diesem Jahr erstmals Deutsche Futsal-Meisterschaft heißt. In den fünf Regionalverbänden werden die Teilnehmer für die K.o.-Phase auf Bundesebene ermittelt, die im März 2015 mit den Viertelfinalspielen startet.


Futsal: Vorteile statt Vorurteile (Fussball.de)

Mit der spanischen Nationalmannschaft und dem FC Barcelona hat er alles gewonnen, was es im internationalen Fußball zu gewinnen gibt. Seine ersten Ballkontakte hatte Andrés Iniesta allerdings auf dem Futsal-Court: „Ich habe auf dem Kleinfeld angefangen. Hieraus ist alles erwachsen.“ Wie viele andere Stars aus Spanien und Südamerika liegen die Ursprünge seiner außergewöhnlichen Ballkontrolle und Spielübersicht im Futsal.

Paul Schomann verfügt als DF-Trainer im Nachwuchsbereich über große Erfahrung

Paul Schomann verfügt als DF-Trainer im Nachwuchsbereich über große Erfahrung

Auch der DFB hat diese enorme Bedeutung für die Talentförderung erkannt und fördert Futsal an Schulen durch Fortbildungsprogramme und Materialspenden. Im Interview spricht der DFB-Juniorentrainer Paul Schomann über den Sinn von Futsal im Schulsport, die Vorteile gegenüber dem traditionellen Hallenfußball und die Bedeutung von Futsal für die fußballerische Entwicklung.

Herr Schomann, im Winter zieht es wieder viele Fußballer in die Halle und der Spaß steht im Mittelpunkt. Welche Rolle spielt Futsal für die fußballerische Entwicklung?

Paul Schomann: Futsal ist die ideale Variante des Fußballspielens in der Halle. Es ermöglicht eine nahtlose Fortführung der fußballerischen Ausbildung, wenn es im Winter kälter wird. Die Elemente des Fußballs finden im Futsal eine größere Berücksichtigung als es beim traditionellen Hallenfußball der Fall ist.

Wie meinen Sie das?

Schomann: Der Futsal-Ball ist für die Beschaffenheit des Hallenbodens optimiert. Das Sprungverhalten ist mit dem eines Fußballs auf einem Rasenplatz fast. Übrigens ist die weit verbreitete Meinung, dass der Futsal-Ball schwerer ist als ein Fußball, falsch. In Wirklichkeit ist er kleiner (Größe 4) und leichter. Mittlerweile gibt es sogar den Futsal Light Ball, sodass dies auch für den Kinder- und Jugendbereich gilt.

Sie begrüßen also, dass immer mehr Hallenturniere nach den Futsal-Regeln ausgetragen werden?

Schomann: Genau. Denn sie ähneln den Regeln draußen. Nach den offiziellen Futsal-Regeln wird mit Seiten- und Toraus gespielt. Das machen wir im Freien doch auch. Eine Bande verleitet zu einer schlampigen Technik. Wenn ein Spieler weiß, dass der Ball ohnehin nicht ins Aus gehen kann, lässt die Konzentration nach. Wir wollen die Spieler jedoch gerade dazu erziehen, präzise Pässe zu spielen.

Kritiker des Futsals würden wohl einwenden, dass die Tore zu klein sind.

Schomann: Wichtig ist, dass in der Halle viele Tore fallen. Auch auf die kleineren Futsal-Tore werden jede Menge Tore erzielt. Das zeigen die Spiele der vergangenen Jahre. Wenn sie auf einem 20 Meter breiten Feld spielen, ergibt eine Anpassung der Torgröße durchaus Sinn. Und die Spieler werden zu einem präziseren Abschluss aufgefordert.

Welche Vorteile sehen Sie noch?

Schomann: Durch den verkleinerten Raum wird die Handlungsschnelligkeit gefördert. Die Spieler sind ständig am Spiel beteiligt und haben viele Ballkontakte. Der Zeit- und Gegnerdruck ist ein Stück höher als draußen, was hohe Anforderungen an das taktische Verhalten stellt. Zudem stellt man durch den für die Halle sprungoptimierten Fußball eine geringere Verletzungsgefahr fest.

Ist Futsal für das Heranführen an den Fußball besonders gut geeignet?

Schomann: Je nachdem, wo die Kinder spielen. Man muss sich den örtlichen Rahmenbedingungen anpassen. Wenn die Kinder allerdings in der Halle spielen, ist es sinnvoll, nach den Futsal-Regeln zu spielen. Viele Fußballer denken, Futsal sei eine andere Sportart. Das stimmt so nicht. Es geht lediglich darum, den Fußball an die Gegebenheiten anzupassen. Dann ist das Spiel genauso wie draußen und für jede Altersstufe geeignet.

Beruht die Futsal-Förderung des DFB auf diesem Aspekt?

Schomann: Die DFB-Stützpunktturniere in der Halle werden bereits nach den offiziellen Futsal-Regeln ausgetragen. Ich habe einige Spiele gesehen. Man merkt sofort, dass das Spiel anspruchsvoller wird, technisch sauberer und mit mehr Ruhe am Ball. Dem DFB geht es um die Qualität des Fußballs. Deshalb unterstützt er auch Schulen mit Futsal-Bällen und Fortbildungsprogrammen für Lehrer.

Welche kurz- und mittelfristigen Effekte erwarten Sie sich durch die Umstellung auf Futsal?

Schomann: Wir möchten die Nachwuchsausbildung noch eine Idee besser machen, insbesondere da, wo die Vereine im Winter in die Halle ausweichen müssen. Im Erwachsenenbereich sollen sich in den Verbänden Ligen etablieren, um eine Leistungsstruktur aufzubauen, an deren Ende in naher Zukunft eine Deutsche Nationalmannschaft entstehen soll.