SVA-Zwischendurch: Online Schulung – „Kreisligatrainer-Deutsch / Deutsch-Kreisligatrainer ! „

SVA Zwischendurch„Der frühe Vogel fängt den Wurm !“ und darum verehrte Blau-Weisse Gemeinde wird es wieder Zeit an diesem Mittwochmorgen für unser SVA-Zwischendurch und dazu sagen wir herzlich willkommen !! What ? Keine Fußballsprüche Deluxe ? Nein – wir unterbrechen unseren Beitrag für eine kurze Durchsage an alle Spieler und Zuschauer des SV Amstetten um aktive Aufklärungsarbeit in Sachen Fußball zu leisten. Wer diese Sportart verstehen will, muss bei den Basics in der Kreisliga anfangen und dazu gehört nun mal einfache Anweisungen des Trainers richtig zu interpretieren. Diesen Auszug aus dem „Fussball-Duden“ haben wir Euch heute mitgebracht aber nicht selber entwickelt ! (Quelle:11Freunde). Nun wünschen wir Euch viel Spass beim Beitrag und sagen tschööö bis nächsten Mittwoch !! (Team-Homepage)

Es ist Sonntagmittag auf dem Fußballplatz „Bremenstall“ in Amstetten. Kühe grasen auf den anliegenden Weiden. In der Luft liegt der Duft von Restalkohol, Gülle und Bratwurst. Am Klubhaus feixen Männer mit roten Nasen und Zigarette im Mund um die Wette. Der Trainer zieht an der Seitenlinie seine knielange Wintertrainingsjacke zu. Plötzlich durchschneidet ein greller Pfiff dieses friedliche Szenario. Das Spiel geht los und der Trainer beginnt mit den taktischen Anweisungen.KLT Karikatur

Zu seinem Verteidiger: »Du bleibst 90 Minuten ganz eng an ihm dran und wenn der aufs Klo geht, dann gehst du hinterher« Übersetzung: Wenn ich ehrlich wäre, würde ich dir jetzt sagen, dass dein Gegner schneller ist als Du. Dass er technisch besser ist, jünger, größer, schlauer, hübscher, reicher und natürlich erfolgreicher. Dass er ein Gewinnertyp ist. Dass er gestern nicht bis vier Uhr auf dem Bullenball war wie Du. Dass er eine Alkohol-Allergie hat. Dass wir genau so einen Spieler auch gerne in unseren Reihen hätten. Und ja, ich weiß, er spielt auf deiner Position. Aber das könnte ich Dir nicht antun. Deswegen versuche einfach, dich heute ausnahmsweise mal nicht bis auf die Knochen zu  blamieren. Sonst kannst du beim nächsten Training die ersten drei Runden im Entenmarsch absolvieren. Und ich setz mich auf deine Schultern. Und natürlich sitzt du nächste Woche auf der Bank. Du Pfeife!

Zu seinem Mittelfeldmann: (brüllend) »Gut gedacht, Junge!« Übersetzung: Du Dödel. Du Hirni. Du Vollfrisör. Was kannst Du eigentlich? Einen Pass über zwei Meter zu deinem vollkommen freistehenden Mitspieler kannst du schon mal nicht spielen. Es ist zum Mäusemelken. Einfach unfassbar, wie dämlich man sein kann. Du Zeitlupenfußballer. Ein Spieler mit deinen Fähigkeiten gehört eigentlich in die Zweite. Ach was, in die Alte Herren. Als Zeugwart. Aber erstens bist Du erst 20 Jahre alt und zweitens ist dein Vater unser Trikotsponsor. Zudem finanziert er mit einer nicht unerheblichen Summe unsere Mannschaftsfahrt. Ach, und da drüben steht er ja auch und winkt. Hallo, Dieter. Ja, tolles Spiel von deinem Jungen. Was? Ja, ein Riesentalent. Wenn wir ihn weiter so fördern, hat er auch das Zeug zum Profi.

Zum Schiedsrichter: »Schiri, immer der Neuner« Übersetzung: Oder der Sechser. Oder der Dreier. Ist doch auch egal. Irgendwer von denen muss jetzt mal Gelb kriegen. Oder am besten Rot. Sonst kriegt meine Mannschaft heute wieder eine Reise. Weil sie sich nicht wehren, diese Weichflöten. Aber am Ende ist es auch egal, denn wenn wir verlieren, gibt es ohnehin nur einen Schuldigen. Dich!

Vor einer Ecke: »Leute, wie im Training. Variante vier.« Übersetzung: Jetzt denkt der Gegner wir hätten tatsächlich Standardsituationen trainiert. Diese Deppen. Hauptsache Du bringst das Ding irgendwie hoch in den Sechzehner. Bestenfalls auf unsere 1,90-Verteidiger Bruno. Dieses Kalb wird seinen Quadratschädel schon irgendwie an den Ball kriegen. Nun mach schon. Jaaaa! Nein! Flach auf den kurzen Pfosten war nun wirklich die dümmste aller Eckenvarianten.

Über den Edelfan der Mannschaft: »Der Kerl ist positiv verrückt.« Übersetzung: Der Junge hat einen dermaßenen Vollknall, das kann man gar nicht in Worte fassen. Rennt 90 Minuten hinter mir her und will mir Tipps geben. Mir? Der Suffkopf? In anderen Ländern nennt man so etwas Majestätsbeleidigung. Und überhaupt, gestern Abend füllt er mir die halbe Truppe in seiner Laube mit »Steinhäger« ab und will mir heute was von Taktik erzählen. Der hat ne Fahne wie ein Rathaus und hat das letzte Mal eine Dusche von innen gesehen, als wir unser letztes Heimspiel gewonnen haben. Und das ist fast zwei Jahre her.

Bei der Halbzeitansprache: »Leute, wir haben ganz gut angefangen, aber…« Übersetzung: Was weiß ich denn, wie wir angefangen haben. Als ich die erste Kippe gerade am Filter hatte, stand es jedenfalls 0:2. Das ist eine Riesenscheiße, denn wenn ihr euch jetzt nicht den Arsch aufreißt und das Spiel dreht, dann bin ich meinen Job los. Dann muss ich Dienstags- und Donnerstagsabend bei mir zuhause die Garage aufräumen und sonntags mit Frau und Kindern zu den Schwiegereltern. Doch bevor das passiert, gehe ich freiwillig nach Guantanamo. Und nehme euch alle mit.

Zur Mannschaft: »Ihr müsst verschieben« (brüllend) Übersetzung: Keine Ahnung was das heißt. Klingt aber schlau, ein bisschen guardiolamäßig. Ich würde bei unseren Spielern ja auch gerne so schicke Anzüge tragen wie der Spanier, aber auf dieser matschigen Kuhwiese ist das Ding ja sofort auf alle Zeiten zugesaut. Was guckt ihr eigentlich alle so blöd in meine Richtung, holt euch lieber endlich den Scheißball vom Gegner. Egal wie!

In der Schlussphase: »Gönn Dir einen!« Übersetzung: Bevor Du Anti-Fußballer wieder den Ball verstolperst, hau ihn lieber weg. Wenn es irgendwie geht, in Richtung Tor. Meinetwegen auch in das Maisfeld dahinter. Oder in das Gesicht des Verteidigers. Egal, Hauptsache Du verlierst jetzt nicht den Ball. Nein, nicht verlieren. Lauf hinterher. Schneller. Hau ihn um. Mist. Torwart, rauskommen! Es ist zum Heulen.

Nach dem Anschlusstreffer zum 1:6: »Jetzt haben wir sie da, wo wir sie haben wollten.«
Übersetzung: Denkt an die großen Fußballwunder, Jungs. Bayern-Manchester 1999. Liverpool-Milan 2005. Oder das Wunder von der Weser 1987. Neubarth, Sauer, Ordenewitz, Burgsmüller. Diese Männer haben Geschichte geschrieben, obwohl sie auch nur unwesentlich bessere Fußballer waren als ihr. Weil sie an sich geglaubt haben. Und das ist jetzt alles, was euch bleibt: Der Glaube an euch selbst. Guckt hin, der gegnerische Stürmer lacht euch aus. Der Schiri hat schon gefragt, ober er nach 75. Minuten abpfeifen soll. Aus Mitleid. Ich habe: »Ja, bitte!« gewinselt – und da hat auch er hämisch gelacht. Was soll ich also noch machen außer möglichst laut irgendetwas zu brüllen, was von eurer unterirdischen Leistung ablenkt und mich zum Gespött der Leute macht. Aber wenigstens denken die Leute jetzt, ist sei ein Motivator von Weltrang. Ein Kreisliga-Klopp. Der Mourinho des kleinen Mannes. Aaaaah, das tut gut.

Nach einem Foul: »Er spielt doch nur den Ball, Schiri«
Übersetzung: Klar, da war auch das Sprunggelenk noch dazwischen, aber schau Dir meinen Jungen doch an. Das ist ein richtiger Hirte und wir sind in der 80. Minute. Der pumpt, der ist fertig, der hat seinen Körper nicht mehr unter Kontrolle. Wenn er ihn überhaupt jemals unter Kontrolle hatte. Also, drück ein Auge zu. Ich drücke derweil beide Daumen, dass er in der Schlussphase nicht noch jemandem bei einem Pressschlag das Schien- und Wadenbein durchtritt.Deal?

Nach einer Rudelbildung in der Schlussphase: »Leute, wir müssen doch morgen alle arbeiten.« Übersetzung: Außer mir, denn dieser dämliche Mäzen bläst mir jeden Monat einen Tausi aufs Konto. Nur damit ich diesen Hühnerhaufen zwei Mal die Woche über den Platz scheuche und so tue, als wüsste ich was Pressing, hohes Verteidigen und eine Viererkette ist. Dabei weiß ich nicht mal wie ich an diesen Job gekommen bin.

Zum Lokalreporter: »Das ist bitter. Da machst Du über 90 Minuten das Spiel, fängst dir acht Konter und verlierst.« Übersetzung: 1:8, das klingt natürlich auf den ersten Blick heftig. Und eigentlich waren wir auch chancenlos. Aber der gegnerische Trainer ist ein Schweinehund. Der hat mit vor zwölf Jahren auf dem Schützenfest mal einen Rum-Cola vom Tablett geklaut, die Sau. Dem gönne ich einfach nicht, dass er morgen beim Frühstück in eurem Drecksblatt liest, wie ich seine Mannschaft auch noch lobe. Eher verfalle ich blitzartig zu Staub. Außerdem: Ansätze waren bei uns schon vorhanden. Ich erinnere mich da einen Abstoß aus der zweiten Halbzeit, der kam beim Mitspieler an. Da erkennt man klar meine Handschrift.

Zum Abschied: »Jungs, Dienstag machen wir dann vor dem Training eine kleine Nachbesprechung« Übersetzung: Schon mal was von Cooper-Test gehört? Euch Versager werde ich so lange um den Platz schicken, bis euch der Teer aus den Lungenflügeln tropft. Wenn ihr meinen revolutionären Ansatz des Fußballs schon nicht auf dem Rasen umsetzen könnt, will ich euch leiden sehen. Runde für Runde. Liegestütz für Liegestütz. Ihr werdet euch wünschen, dass eure Eltern euch als Steppke zum Voltigieren gebracht hätten, statt auf den nächstbesten Bolzplatz. Aber jetzt ist es zu spät. Ich mach euch lang. Ich mach euch fertig. Ach ne, ich kann am Dienstag ja gar nicht. Da habe ich Skat-Abend mit meinen Kumpels. Ach, dann macht doch einfach, was ihr wollt. 😎